Die „allererste“ Mannschaft

Die „allererste“ Mannschaft

1484956965

Es konnten leider nicht alle Namen der 1. Herrenmannschaft des FC Rumeln-Kaldenhausen im Jahr 1956 erinnert werden. Im Bild (vl), stehend: Haushälter, Heinz Anskohl, Hanusz (Betreuer), (?), Werner Sosniok, (?); sitzend: Heinz Saal, (?), Erich Litera (Torwart), Mölders, (?), Fritz Wegner und der kleine… ?

Am 9. Januar 1955 war es soweit. Karl Eisel, Karl Engels und Josef Hanus gründeten in der Gaststätte Peter Veules „Ratskeller“ den FC Rumeln-Kaldenhausen 1955 e.V.

Die Gründungsherren sahen den Fußball im Ort als gefährdet an. TV Rumeln und TV Kaldenhausen förderten diesen Sport nicht hinreichend. Dem Vorstand des TV Kaldenhausen wurde seinerzeit sogar unterstellt, sich klar gegen den Fußball und für den Handball entschieden zu haben. Gründe dafür lagen wohl nicht nur im sportlichen Bereich. Diffamierungen aus dem Vorstand des TV Kaldenhausen wie, die Fußballer seien ein „zugelaufener Flüchtlingshaufen“, wurden im Protokollbuch des FC Rumeln-Kaldenhausen festgehalten. Vorurteile, Angst vor Überfremdung und „Deutschtümelei“, waren unter den „Sportskameraden“ von damals offensichtlich verbreitet.

Man bedenke, nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge aus den damaligen „Ostgebieten“ in den Ort, fanden eine Arbeit, gründeten eine Familie und blieben. Fußball war unter ihnen offensichtlich der beliebtere Sport; Feldhandball hingegen eher der der „einheimischen“ Bevölkerungsgruppe. Die Fußballabteilungen des TV Rumeln und TV Kaldenhausen lösten sich folglich auf.

Grün-Weiß wurden als Vereinsfarben bestimmt, das Vereinswappen entworfen und Trikots ausgewählt. Tischtennis wurde zudem in den Verein aufgenommen. Nach den geschichtsträchtigen Gründungswirren benötigten die Fußballer der FC Rumeln-Kaldenhausen neben der Anerkennung durch den Verband nun noch einen Trainings- und Spielplatz. Zunächst signalisierte der TV Rumeln seinen Platz sonntags zur Mitbenutzung zur Verfügung zu stellen. Der TV Kaldenhausen verweigerte sich. Parallel wurde die Zechen-Direktion Wilhelmine Mevissen kontaktet, um ein Sportfeld in Aussicht zu stellen. Mit dem TV Rumeln kam letztlich ein Pachtvertrag über die Platzmitbenutzung zustande. Am 7. August 1955 zählte der Verein 154 Mitglieder. Die erste Fußballmannschaft hatte elf Spiele absolviert: vier gewonnen, ein Unentschieden und fünf verloren. Daneben gab es eine Reservisten-Mannschaft und eine A- und B-Jugend.

Nach dem ersten Jahr wurde nach einer durchwachsenen Saison auf der FC-Vorstandssitzung Bilanz gezogen: „Wenn wir im vergangenen Jahr leistungsmäßig noch nicht wie allgemein erwünscht abgeschnitten haben, so sprechen die Zahlen von einer 100 Aktivität, was der Sinn und Zweck unseres FC ist. Schön wäre es, wenn auch die Leistungen besser gewesen wären. Der Vorstand des FC kann sehr darauf stolz sein, dass er seine Pflicht der Jugend gegenüber erfüllt hat.“ Es ginge nicht nur darum, große Leistungserfolge zu erzielen, sondern wichtig sei, so der Vorstand, „dass die Jugend Fußball spielt“.

Anfang 1957 kamen Gerüchte auf, der TV Rumeln würde seinen Platz nach Ablauf des Pachtvertrages dem FC nicht mehr zur Verfügung stellen. Zeitgleich stellte die Zechen-Direktion den Sportplatz an der Zeche zur Verfügung und kümmerte sich um ein neues Sportplatzgelände. Als Pachtgrundstück fand sich schließlich ein Acker des Landwirts „Schroer“. Im Jahr 1959 wurde der Sportplatz „An den Wieen“ fertiggestellt, der bis heute die Heimstätte des FC Rumeln-Kaldenhausen ist.

Wer noch historisches Bildmaterial beispielsweise vom Sportplatz an der Zeche hat, oder die Namen der „allerersten Mannschaft“ zusammenbekommt, melde sich bitte bei der LN-Redaktion, Thorsten Vermathen, Ruf: 0203/57000336.

Quelle: Niederrhein Verlag GmbH, von Thorsten Vermathen